Virus-Infektion:

BRSV (Bovine Respiratory Syncytial Virus)

BRSV gilt al seiner der bedeutendsten Erreger von Atemwegserkrankungen bei Kälbern und Jungrindern im Alter von 4 Wochen bis 4 Monaten. Aber auch Saugkälber können bereits in der ersten Lebenswoche infiziert werden. In Deutschland besitzen über 80% der erwachsenen Tiere Antikörper, was für eine starke Verbreitung der Krankheit spricht.

Der Erreger gehört zur Familie der Paramyxoviren und dringt durch die Nasenschleimhaut, durch direkten Kontakt (Nase zu Nase), infiziertes Wasser (Aerosole), welches von erkrankten Tieren ausgeschieden wurde. Auch eine Infizierung durch Gegenstände und durch die Luft ist nachgewiesen.

Bei der Erkrankung wird die Cilienbildung von Epithelzellen (Flimmerepithel) gestört, was zu einer Beeinträchtigung/Störung beim Abtransport der Schmutzpartikel und Bakterien aus den tiefen Atemwegen (mukoziliare Clearance) führt und schließlich zur Entzündung der Atemwege und der respiratorischen Schleimhäute.

Obwohl Tiere in jedem Alter erkranken können, sind meistens Tiere von zwei Wochen und einem Jahr betroffen. Je jünger die Kälber, desto heftiger sind die Symptome und desto höher ist die Letalität.

Eine BRSV-Infektion kann von kaum sichtbaren Symptomen bis hin zu schweren Atmungsstörungen beobachtet werden. Häufig lässt sich erst verminderte Fresslust, Nasenausfluss, erhöhte Atemfrequenz und Fieber von 40,0-42,2°C feststellen bis hin zu schweren Formen mit schweren Atembeschwerden, Maulatmung, gestrecktem Hals, schaumigem Speicheln und Schwellungen am Kehlkopf. Meist ist kein Nasenausfluss feststellbar, aber punktuelle Blutungen auf den Schleimhäuten („fog fever“).

Da der Erreger ein Virus ist, lässt sich die Krankheit nicht therapieren, es können lediglich die Symptome gemindert werden. Meist kommt es zusätzlich zu einer bakteriellen Beteiligung, wogegen  Antibiotikum einsatzbar ist.

Für BRSV ist eine Schutzimpfung verfügbar, die jedoch nur an „noch“ gesunde Kälber verabreicht werden sollte.

Auch bei dieser Krankheit ist die Prophylaxe häufig die beste Methode. So wird wie bei jeder anderen Krankheit auch empfohlen Stress zu minimieren und keine Stressfaktoren (Absetzten, Umsetzten, Enthornen u.s.w) gleichzeitig durchzuführen. Des Weiteren fungieren ältere Tiere häufig als Erregerreservoir. Vor diesem Hintergrund sollte man Jungtiere bis zu einem Jahr von den älteren Tieren getrennt halten und diese gegebenenfalls vor Zusammenführung impfen.